Schöne Haare und tolle Frisuren sind das Metier von Nalan Bodur, der Friseurmeisterin aus Ingolstadt. Diesem Motto folgend entschloss sich Nalan Bodur dem Hollerhaus zwei professionelle Friseurplätze zu schenken. „Natürlich sind es nicht nur die zwei Arbeitsplätze mit Stühlen, Spiegel und Materialtisch, die an das Hollerhaus gehen. Vielmehr bieten mein Team und ich den Förderstättenbesuchern an, dass wir bei Bedarf ins Haus kommen um ihnen dort die Haare zu schneiden und auf Wunsch auch etwas Gesichtspflege anzubieten. Diese Leistung erbringen wir als Spende. Daher sind die Möbel und die Ausstattung also eher die Grundlage für das was noch kommen wird.", sagt die Ingolstädter Friseurmeisterin. Die Idee zur Spende entstand bei der Charity Gala „Winterzauber" im letzten November. Nalan Bodur erklärt ihre Beweggründe für dieses Art der Spende folgendermaßen: „In der momentanen Situation ist es natürlich schwierig viel Geld zu spenden, gerade wenn man im Dienstleistungssektor tätig ist. Das heißt aber trotzdem nicht, dass wir uns aus unserer Unterstützung für Menschen mit Behinderung zurückziehen werden. Wir bieten nun die Dienstleistung direkt als Spende an und ich denke jeder möchte mit einem tollen Haarschnitt und einem gepflegten Äußeren seinen Mitmenschen gegenübertreten. Und deswegen gehen wir in das Hollerhaus zu den Menschen vor Ort, denn für viele ist schon der Weg zum Friseur das Hindernis."
Im Hollerhaus wird im Zuge des Erweiterungsbaus für die beiden Friseurplätze ein Raum entstehen, indem sich die Förderstättengänger professionell vom Friseurteam Nalan betreuen lassen können. Für das erste hat jedoch Pamela Hafner einen Gratisschnitt mit Farbe und Gesichtspflege von Nalan Bodur erhalten. Gleich im Anschluss an die Spendenübergabe der Friseurmöbel, holte Frau Bodur ihr Handwerkszeug und die notwendigen Pflegemittel aus ihrem Geschäft in der Schäffbräustraße, kam zurück in das Hollerhaus und legte Hand an den Kopf von Pamela Hafner an. Da die Räume noch nicht fertig sind, wurde provisorisch ein Arbeitsplatz im Gruppenraum eingerichtet. Begeisterte Augenpaare der weiteren Gruppenbesucher betrachten die Friseurin und Frau Hafner wie Schritt für Schritt eine neue Frisur entsteht. Aragon, der kleine Chihuahua Nalan Bodurs, fasst schnell Vertrauen zu Pamela Hafner und macht es sich zwischenzeitlich auf Pamela Hafners Schoß bequem, während Aragons Herrin dem Kopf von Pamela neue Pracht verleiht.
Immer wieder leuchten die Augen von Pamela Hafner die Friseurin an. Immer wieder blickt sie freudestrahlend in den großen Spiegel, der vor ihr steht und kann ihr Glück kaum fassen, dass sie heute einen professionellen Haarschnitt und eine pflegende Gesichtbehandlung bekommt ohne dabei die Förderstätte verlassen zu müssen. Nalan Bodur ist ebenfalls mit viel Spaß bei der Sache. Berührungsängste, wie sie so mancher bei Menschen mit Behinderung hat, sind ihr fremd. Herzlich berührt sie ihre „Kundin", nimmt sie bei der Hand und zupft sorgfältig und gefühlvoll einige Augenbrauen. Auch ihre Augen leuchten und sie gibt Pamela Hafner zu verstehen, dass es zwar auf das Äußere ankomme, wahre Ausstrahlung aber von innen über die Augen hervortritt. „Und davon hast Du ganz viel Pamela, wenn Du so wunderbar lachst wie heute!", gibt Nalan Bodur Pamela Hafner mit auf den Weg.
Im provisorischen Friseursalon nahmen die Damen schon einmal Platz. Das professionelle Equipment stellt Nalan Bodur kostenfrei zur Verfügung um später den Förderstättenbesuchern auch einmal den "Kopf waschen" zu können. Nach der erfolgreichen Frisur: Pamela Hafner freut sich gemeinsam mit Nalan Bodur und Hund Aragon über das gelungene Äußere. Freudestrahlend und glücklich mit dem neuen Schnitt zeigt sich Pamela dem Fotografen.