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Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. Ingolstadt

Meldungen

01.12.2011

Vorweihnacht der guten Herzen

Mit Melanie Beer, der Heilerziehungspflegerin mit Zusatzausbildung „tiergestützte Pädagogik", hat das Hollerhaus eine ganz besondere Angestellte. Die Hollerhausbewohner freuen sich nämlich riesig auf ihre Hunde Paul und Polly. Beer betreut die hier wohnenden und geförderten Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen mit Unterstützung der beiden Hunde. „Diese haben eine positive Wirkung auf die Motivation der Bewohner und sorgen für Bewegungsanreiz", erklärt die Pädagogin. Zugleich steigern die Tiere die Aufmerksamkeit und die Ruhe in den Gruppen. Dass die Therapie nicht nur kurzfristige Effekte hat, zeigen die vielen Fortschritte bei den Betroffenen. Da es sich um eine Einzelförderung handelt, kann jeder Bewohner und auch Besucher der Förderstättengänger individuell angegangen werden und davon profitieren. So läuft die Therapie bei Vili Kukuvic – meist in Form von Gassigehen – hervorragend. Als er Anfang 2010 nach einer Hirnblutung ins Hollerhaus kam, sprach er nur im Flüsterton. Heute hat seine Stimme wieder Kraft gewonnen – und Paul ist ihm ans Herz gewachsen. Dank der „tierischen" Betreuung geht es Vili schon viel besser und Maike Stikarowski, Bereichsleiterin des Wohnheims, ist überzeugt, dass Vili eines Tages wieder selbständig leben und alleine wohnen kann.

Aber leider steht jedem Betreuten pro Woche nur eine halbe Stunde Therapie zur Verfügung. Die Ursache ist die mangelnde Anerkennung tiertherapeutischer Maßnahmen durch den Aufwandsträger des Hollerhauses, also durch den Bezirk Oberbayern, was Stikarowski und Beer nicht verstehen können. Entsprechend ist das Hollerhaus gezwungen in Eigeninitiative etwas zu tun. Melanie Beer leistet ihren ganz persönlichen Beitrag: laufende Tierarztkosten, Steuern und Behördengänge bezahlt sie selbst. Und schließlich bedeutet ihr Engagement auch einen zeitlichen Aufwand, den sie von ihrer Freizeit abzweigt. „Es würde uns freuen, wenn der Bezirk die Hundetherapie endlich als Gruppen übergreifende Leistung anerkennt", sagt Stikarowski. Für die Menschen mit Behinderung setzen sie ihre Arbeit mit den Hunden unbeirrt fort. Schließlich gehöre das „Freudemachen" zu einem erfüllten und menschenwürdigen Dasein, ergänzen beide unisono.

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